Energiepass wird Pflicht

Nach längerer Zeit soll der Energiepass nun nach dem Willen der Politik Pflicht werden. Davon profitieren dann vor allem Handwerker, ältere Hausbesitzer dagegen haben das Nachsehen.

Mit dem Energiepass soll der energetische Zustand einer Immobilie bewertet und dokumentiert werden. Mieter und Käufer können so die Nebenkosten recht genau hochrechnen. Bisher muss der Energiepass auf Nachfrage vorgelegt werden. Für viele Makler und Eigentümerverbände hat der Energiepass kaum eine Bedeutung. Vorgezeigt wurde er kaum, bei einem passenden Kaufpreis nehmen Käufer auch eine schlechtere Energiebilanz und damit höhere Nebenkosten in Kauf. Ab ersten Mai sollen nun neue Regelungen gelten, die dem Energiepass mehr Gewicht geben könnten. Bereits in Anzeigen, Inseraten und Internetportalen müssen Angaben zum energetischen Zustand gemacht werden. Der Pass muss nun auch ohne Aufforderung und explizite Nachfrage vorgelegt werden.

Ungewisse Umsetzung

Allerdings ist unklar, wie klar und verständlich diese Angaben und Informationen des Energiepasses für Verbraucher tatsächlich sind. Zur Verdeutlichung wird meist eine Farbskala genutzt, die den Energieverbrauch pro Quadratmeter und Jahr aufzeigt. Eine individuelle Darstellung fehlt. Daher sollen künftig Energieklassen ähnlich, wie bei Waschmaschinen oder Kühlschranken für Klarheit sorgen. Verwirrung stifteten auch bisher zwei zugelassene Versionen des Ausweises. Der kostengünstige Verbrauchsausweis gibt Auskunft über den durchschnittlichen Energieverbrauch, der Bedarfsausweis ist teurer und aussagekräftiger. Experten bewerten hier etwa die Bausubstanz und die genutzte Heiztechnik. Die Kosten liegen bei beiden Varianten zwischen 25 und 100 Euro bzw. 200 bis 1000 Euro.

Veröffentlichung der Energiewerte Pflicht!

Wie die Anzeigenpflicht etwa in Internetportalen umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Wichtig zu wissen ist auch, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, wenn die Energiewerte nicht veröffentlicht werden. Zuständig für die Prüfung sind die Bauaufsichtsbehörden, die einen Ermessensspielraum anlegen wollen.

Die Kehrseite für ältere Immobilien

Neuerungen betreffen etwa auch ältere Immobilien, die schlecht gedämmt sind und veraltete Heiztechniken nutzen. Hier sollen die Eigentümer Abhilfe schaffen müssen. Um einschätzen zu können, ob man etwa bei der Dämmung nachbessern muss, braucht es meist einen Fachmann. Betroffen sind hier vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser, die nicht bis zum 1. Februar 2002 selbst genutzt wurden.

 

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news.immobilo.de/2014/05/07

Bandenring wegen verkauften „Schrott-Immobilien“ hochgenommen

Die Berliner Polizei hat sechs Haftbefehle und 35 Durchsuchungsbeschlüsse im Zusammenhang mit dem Verkauf von „Schrott-Immobilien“ vollstreckt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Rahmen eines gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.

In Berlin wurden wegen mutmaßlichen Betrugs mit Schrott-Immobilien sechs Haftbefehle gegen Verdächtige vollstreckt. 122 Polizeibeamte durchsuchten in einer großangelegten Aktion mehrere Objekte. Zudem beschlagnahmten sie Beweismaterial in circa 35 Büros und Wohnungen – darunter Akten und elektronische Geräte wie Computer und mehrere Handys.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten „gewerbsmäßigen sowie bandenmäßigen Betrug in 21 Fällen“ vor. Hierbei seien laut den drei ermittelnden Staatsanwälten die Beschuldigten gut organisiert gewesen und arbeitsteilig vorgegangen. So haben sie zwischen 2008 und 2012 den unerfahrenen Käufern großzügige Gewinne beim Kauf von Eigentumswohnungen versprochen.

Laut den Ermittlern hätten die Betrüger den Investoren Steuerersparnisse und hohe Mieteinnahmen in Aussicht gestellt. Des Weiteren sollen sie den Käufern vor Abschluss der Kaufverträge bewusst falsche Angaben zu den Wohnungen gemacht haben. Doch waren die Kaufpreise für die Wohnungen teilweise bis zu 2,5-mal höher als ihr eigentlicher Wert. Der Gesamtschaden aus diesen Käufen ergibt mindestens 1,8 Millionen Euro. Diese Fehlinvestition brachte viele Käufer bis zum Rande ihres Ruins. Sie konnten die finanzielle monatliche Belastung nicht tragen.

Im Fokus der Ermittlung

Zu den Verdächtigen sollen neben früheren Vorständen des Immobilienunternehmens Grüezi Real Estate AG auch der Notar Manfred O. und der frühere Notar Reinhold K. gehören. Allerdings wurde diese nicht verhaftet.

Nach Angaben der Beamten sollen die beiden Notare im Zeitraum von 2008 bis 2012 für Grüzi und deren Vertriebe wie correcta pro sowie für Swisskontor Kaufverträge beurkundet haben. Bereits Ende 2011 wurde dem Notar Manfred O. vorgeworfen, Verkäufe von Schrottimmobilien beurkundet zu haben. Reinhold K. habe dagegen eher Kaufvertragsangebote beurkundet. Er soll die meist völlig unerfahrenen Käufer dazu überredet haben, Angebote abzugeben, an die sie gebunden waren. Doch die Investoren ahnten von all dem nichts, denn die Eigentumswohnungen wurden ihnen oft unter Vortäuschung falscher Tatsachen als „Steuersparmodelle“ verkauft, zum Teil zu extrem überhöhten Preisen.

Schrottimmobilien-Szene bereits vor Jahren im Visier der Ermittler

Im Jahr 2011 hatte der betrügerische Handel mit Schrottimmobilien bereits heftige Debatten in der Hauptstadt ausgelöst: Damals kam heraus, dass der von der Union als Justizsenator berufene Anwalt und Notar Michael Braun an der Beurkundung zweifelhafter Geschäfte mit Schrottimmobilien beteiligt gewesen sein soll. Folglich musste Braun nach nur wenigen Tagen im Amt zurücktreten. Jedoch konnte die Staatsanwaltschaft damals dem Anwalt keine Straftaten nachweisen.

 

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