Mehrere Bundesländer gegen Einführung der Kappungsgrenze – Berlin hingegen setzt neues Mietrecht um

Nachdem bereits Bayern im Rahmen des ab 1. Mai in Kraft getretenen neuen Mietrechts die Kappungsgrenze für Mietwohnungen in München einführte, hat sich nun auch der Berliner Senat für eine solche Regelung entschieden. Andere Bundesländer hingegen weigern sich, die Kappungsgrenze zu senken.

Nach einer Umfrage von Focus wollen mehrere Bundesländer die sogenannte Mietpreisbremse nicht einführen. Die ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie das Saarland weigern sich, die Kappungsgrenze um 5 Prozent auf insgesamt 15 Prozent Mieterhöhung binnen 3 Jahre zu senken. Sachsen-Anhalt prüfe derzeit noch, ob es sich an der Umsetzung beteilige oder nicht. Continue reading

Hamburg: Wohnschiffe für Studenten gefordert

Die Wohnungsnot in Hamburg hat längst auch die Studenten erreicht, Wohnheimplätze sind selten und begehrt. Die teuren Hamburger Mieten können sich Studenten aber oft nicht leisten – Abhilfe leisten sollen nun Studentenzimmer auf Wohnschiffen.

Günstige Zimmer in Hamburg sind rar, Neubauprojekte und Wohnheimplätze ebenso – der Wohnungsmarkt in der Hansestadt ist derzeit heiß umkämpft. Die Wohnheime seien „zu nahezu 100 Prozent ausgelastet“, hieß es Medienberichten zufolge im Antwortschreiben auf die Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Klaus-Peter Hesse (CDU). Etwa 4.000 Plätze stehen in den Studentenheimen zur Verfügung – für rund 90.000 Studenten. Nicht einmal 5 Prozent der Studenten können also mit Wohnheimplätzen versorgt werden, Azubis nicht mitgerechnet. Sie müssen auf dem freien Wohnungsmarkt ihr Glück versuchen. In Hamburg ist das alles andere als ein einfaches Unterfangen. Continue reading

Mehr Rechte für Wohnungsbesitzer – Gericht erleichtert Eigenbedarfskündigungen

Der Bundesgerichtshof hat die Rechte von Wohnungsbesitzern gestärkt. Sie dürfen einem Mieter auch dann aus Eigenbedarf kündigen, wenn sie die Wohnung beruflich nutzen wollen.
Wohnungsbesitzer dürfen eine Mietwohnung wegen Eigenbedarfs auch dann kündigen, wenn sie die Wohnung ausschließlich für berufliche Zwecken nutzen wollen. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Mittwoch verkündeten Urteil und stärkte damit die Rechte von Wohnungsbesitzern. Der BGH verwies zur Begründung auf die vom Grundgesetz geschützte Berufsfreiheit (Az: VIII ZR 330/11).

Kündigungen wegen Eigenbedarfs sind demnach aber weiterhin nur zulässig, wenn sie für den Mieter keine unzulässige Härte bedeuten, also wenn etwa eine vergleichbare Ersatzwohnung nicht unzumutbar teuer wäre. Dies muss die Vorinstanzen nun nochmals prüfen. Continue reading

Börsengang: Peach Property – Mit Prunk an die Börse

Der Wohnungsmarkt boomt, der DAX ist im Höhenflug. Kein Wunder, dass es die Luxusimmobilienfirma Peach Property auf das Parkett zieht.

Nach langer Pause wagt sich in Deutschland wieder eine Wohnungsfirma auf das Börsenparkett: Die Schweizer Peach Property will ihre hiesige Tochter noch in diesem Jahr im Prime Standard der Deutschen Börse listen lassen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Firma, die Luxuswohnungen baut und dann als Eigentumswohnungen wieder teuer verkauft, will laut ihrem Deutschland-Chef Bernd Hasse von der hohen Nachfrage am Markt profitieren und mit den Einnahmen aus dem Börsengang wachsen.
„Wir kombinieren Einnahmen aus dem Segment mittelpreisiger Mietwohnungen mit dem Potenzial von neu gebauten Luxuswohnungen und Revitalisierungen“, sagte Hasse der FTD auf der Immobilienmesse Expo Real in München. Sein Ziel sei es, mittelfristig ein Drittel der Erträge aus dem Vermietungsgeschäft und zwei Drittel aus dem sogenannten Projektentwicklungsgeschäft zu generieren.
Allerdings überwiegt derzeit noch das Entwicklungsgeschäft, das es schwer hat an der Börse, wo stetige Gewinne gefordert werden. Denn das Geschäft von Projektentwicklern – sie konzipieren, erstellen, vermieten und verkaufen Gebäude – gilt als deutlich schwerer kalkulierbar als etwa das Geschäft von Bestandshaltern wie GSW, Deutsche Wohnen oder TAG, die fast nur an der Vermietung verdienen.
2010 hatte der Projektentwickler Chamartin Meermann seinen Börsengang abgesagt. JK Wohnbau hatte den Sprung zwar geschafft, die Aktie aber, die seinerzeit zu 8 Euro emittiert wurde, kostet aktuell nur noch 3,40 Euro.
 
„Wir wollen Investoren ein attraktives Angebot machen“, sagte Hasse, der keine Details nannte, weil der Emissionsprospekt noch nicht publik ist. Nach FTD-Informationen liegt das angepeilte Emissionsvolumen im deutlich zweistelligen Millionenbereich. Der Großteil der neuen Mittel aus einer Kapitalerhöhung würde dem Unternehmen zufließen. „Der Börsengang dient dazu, weiter zu wachsen. Wir sind aber nicht auf den Mittelzufluss angewiesen“, sagte der Chef des Mutterkonzerns Peach Property Schweiz, Thomas Wolfensberger.
Die eidgenössische Mutter war 2011 in Zürich an die Börse gegangen und hatte mitsamt Kapitalerhöhung 55 Mio. Franken eingeworben. Die Firma wies zum 20. Juni eine Eigenkapitalquote von 38 Prozent und einen Gewinn aus, nachdem sie 2011 6,2 Mio. Franken Verlust gemacht hatte.
Peach Property Deutschland verdiente im ersten Halbjahr 2012 nach Steuern 3,4 Mio. Euro und wirtschaftete laut Hasse auch in den vergangenen zwei Jahren profitabel. Nach der Eigenkapitalquote und der Gesamtverschuldung gefragt, verwies Hasse auf den noch ausstehenden Emissionsprospekt. „Wir haben erst kürzlich die Finanzierung für zwei große Projekte in Erkrath und Munster für sieben Jahre gesichert“, sagte er weiter.
 
Der Börsengang von Immobilienunternehmen steht und fällt mit der Refinanzierung der Schulden. So war der Bestandshalter GSW bei seinem ersten Versuch, auf das Parkett zu gelangen, unter anderem auch deshalb gescheitert, weil die Umschuldung eines Kredits über 935 Mio. Euro noch nicht in trockenen Tüchern war. 2011 dann gelang nach erfolgreicher Umschuldung und bei besserer Marktstimmung der Börsengang, der GSW fast 500 Mio. Euro einbrachte.
Ohnehin stehen die Vorzeichen für Börsengänge derzeit günstig. Der Versicherer Talanx hat sein Listing nach mehreren Anläufen endlich geschafft, als echter Härtetest gilt der Börsengang des Mobilfunkanbieters O2, der noch im Oktober ansteht. Eine gute Voraussetzung dafür ist, dass der DAX seit Januar 20 Prozent zulegte.
Und auch Immobiliendeals haben wieder Konjunktur. Den Startschuss hatte zu Jahresbeginn die Augsburger Immobilienfirma Patrizia gegeben, die überwiegend für Co-Investoren die Wohnungstochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit 21.000 Einheiten erworben und dafür 1,4 Mrd. Euro gezahlt hatte. Das war der erste große Deal seit fast vier Jahren in diesem Segment. Es folgten weitere, bei denen sowohl Immobilienfirmen wie Deutsche Wohnen und TAG als auch Finanzinvestoren wie Cerberus zuschlugen. Laut dem Maklerhaus Savills wechselten seit Januar Wohnungen für 7,8 Mrd. Euro den Besitzer, ein Plus von 51 Prozent gegenüber den ersten neun Monaten 2011.
Ein Ende ist nicht in Sicht: So muss die BayernLB auf EU-Geheiß ihre Wohnungstochter GBW loswerden, die Gagfah bietet die Dresdner Woba mit 38.000 Einheiten an, und sogar der Staat will die bundeseigene TLG versilbern. Auch auf der Expo Real, die eigentlich eine Gewerbeimmobilienmesse ist, zeigt sich, dass Wohnungsfirmen en vogue sind: 43 Firmen sind in München vertreten, deutlich mehr als in den Vorjahren. Und auch Privatanleger investieren in Zeiten niedriger Zinsen mehr denn je in Betongold, was Peach Property mit Wohnungspreisen von im Schnitt 5000 Euro pro Quadratmeter helfen dürfte.
 
Ursprünglich veröffentlicht: www.ftd.de

Zinshäuser: Einfache Lagen locken Investoren

Trendlage Bahrenfeld: Hier werden Immobilien derzeit zum 17- bis 21-Fachen der Jahresmiete gehandelt. Mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen

Zinshäuser in der Hansestadt gelten weiterhin als eine der sichersten Kapitalanlagen. Der Hamburger Markt für Anlageimmobilien ist damit unverändert einer der begehrtesten in Deutschland. Dieses Fazit zieht die Zinshausteam & Kenbo GmbH & Co. KS in ihrem aktuellen Marktbericht für Immobilien-Investments. Continue reading

Neue alte Strategie: Werkswohnungen gegen die Wohnungsnot

Bis 2020 wollen die Stadtwerke München (SWM) mit 80 Millionen € den Bau von 500 Werkswohnungen in Stadtnähe finanzieren. Eigene Immobilien sollen den Stadtwerken helfen, Fachkräfte nach München zu locken. Bislang gestaltete sich dies aufgrund des dort herrschenden Wohnungsmangels als äußerst schwierig. Für das Anwerben von Fachkräften könnten betriebseigene und günstige Wohnung zukünftig ein echter Vorteil werden.

Bisher sind acht Standorte für den Bau von Werkswohnungen vorgesehen, es sollen aber noch drei bis fünf weitere folgen. Besonders geeignet für das Bauvorhaben sind brachliegende Betriebsgelände. Die SWM betonen, dass die neu entstehenden Wohnungen nicht nur für die eigenen Mitarbeiter gedacht sind, sondern zum Teil auch auf dem freien Markt zum Kauf angeboten werden, um so das Projekt zu einem Teil finanzieren zu können. Continue reading

Energetische Sanierung als Preistreiber?

Weniger Belastung für das Klima und ein geringerer Energieverbrauch: Häuser, die im Nachhinein energetisch saniert werden, bieten auf den ersten Blick nur Vorteile – es sei denn, sie verursachen zusätzlich hohe Kosten für die Mieter.

Die Energiewende ist ohne die Sanierung von schlecht gedämmten Häusern nicht möglich – sowohl für Vermieter als auch Mieter bedeutet das zunächst zusätzliche Kosten. Nicht selten kommt es dabei zum Streit, bei dem es um die Frage geht, wer bei energetischen Sanierungen eigentlich was bezahlen muss. Tatsache ist: Sanierungskosten können auf die Mieter umgelegt werden, nach der aktuellen Rechtslage darf der Vermieter bis zu elf Prozent der Kosten auf die Jahresmiete aufschlagen – ein Leben lang, also selbst dann noch, wenn die Dämmung schon längst bezahlt ist. Bei den meist sehr kostenintensiven Umbauten, etwa dem Einbau neuer Fenster oder der Dämmung der Außenwände mit Styropor, kann das jedes Jahr einen hohen Betrag ausmachen. Dabei soll der niedrigere Energieverbrauch dem Mieter ja eine finanzielle Entlastung bieten, nämlich dadurch, dass weniger Energie benötigt wird, um die Räume zu heizen. Continue reading

Mecklenburg-Vorpommern: Immobilien immer gefragter

Mecklenburg-Vorpommern begeistert immer wieder aufs Neue die Menschen, die das schöne Bundesland, in der Urlaubszeit oder auch während eines kurzen Trips, besuchen und erkunden. Die vielen, sich über die Landschaft ersteckenden, Seen und natürlich die Ostsee mit ihren Steilküsten und Inseln, lässt bei vielen Menschen das wohlbekannte Urlaubsgefühl aufkommen. Kein Wunder, denn die klare Luft und das salzige Meerwasser lässt jeden Urlauber und Spaziergänger aufatmen und zur Ruhe kommen. Die Immobiliennachfrage wurde letztlich auch durch die Eurokrise angeheizt. In Mecklenburg-Vorpommern werden immer mehr Baukredite von den Sparkassen im Nordosten vergeben. Durch ein Eigenheim, eine sogenannte sichere Geldanlage, investieren die Mecklenburger in eine sichere Zukunft. Doch diese Flucht in Sachwerte, wird in herannahender Zeit eine Preissteigerung mit sich ziehen. Daher ist nun die Zeit für Überlegungen reif.

Der Trend zur Immobilie in M-V Continue reading

Mietshaus-Syndikate: Gemeinsam gegen hohe Mieten

Hauseigentümer und Mieter zugleich: Mietshaus-Syndikate machen es möglich. Ohne Eigenkapital kann so gemeinschaftlich zu niedrigen Mietpreisen gewohnt werden.

Die Idee der Mietshaus-Syndikate stammt ursprünglich aus der Hausbesetzerszene und wird heute von den unterschiedlichsten Gruppen umgesetzt. Studenten aus Heidelberg etwa haben die Wohninitiative „Hagebutze“ gegründet. Das Ziel: 320 Quadratmeter für insgesamt neun Bewohner – die Kosten für Kauf und Sanierung würden rund eine Million Euro betragen. Ist das Haus gekauft, wollen die Studenten dort auf Mietbasis als Hausgemeinschaft wohnen. Um das zu erreichen, arbeiten sie mit dem Mietshäuser Syndikat zusammen, das sich das Ziel gesetzt hat, solche selbstorganisierten Hausprojekte zu beraten und sich an ihnen zu beteiligen, damit sie dem Immobilienmarkt entzogen werden. Das Syndikat-Modell zielt somit eher auf Bestandsimmobilien, während das Bauherrenmodell beim Neubau von Immobilien zum Zuge kommt. Continue reading

Ein Klassiker in Petershagen

Berlin. Kaum ein anderer Baustil steht bei Bauherren so hoch im Kurs, wie das klassische, anderthalbgeschossige Landhaus mit Satteldach. Vor allem in Stadtrandlagen entfalten die zeitlosen Entwürfe ihren besonderen Charme mit viel Platz für die Familie und einem durchdachten Grundriss.

Roth-Massivhaus realisiert derzeit in Petershagen wieder ein solches Domizil als energiesparendes, frei geplantes Einfamilienhaus. Der Entwurf mit herbstbunten Verblendern ist am kommenden Wochenende, noch vor der Übergabe an die künftigen Bewohner, zur Besichtigung geöffnet. Continue reading

Änderungen im Mietschutzrecht: Mieterbund kritisiert Vorhaben

Der Mieterbund kritisiert die geplante Mietrechtsänderung der Bundesregierung. Erleichterungen bei der Gebäudesanierung und einfachere Kündigungen könnten in Zukunft zu Lasten der Mieter gehen.

Nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes (DMB) sind es künftig die Mieter, die faktisch die Kosten für das von der Koalition geplante Gesetz zur Mietrechtsänderung zahlen. Die Bundesregierung plant demnach mit der Abschaffung des Mietminderungsrechts die energetische Gebäudesanierung für den Vermieter in Zukunft attraktiver zu gestalten. Continue reading

Mietbürgschaft laut BGH-Urteil unbegrenzt gültig

Verbraucher, die eine Mietbürgschaft eingehen, setzten sich damit einem potenziellen finanziellen Risiko aus, das nicht unterschätzt werden sollte. Denn laut dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofs ist die Haftung des Bürgenden nicht etwa auf maximal drei Monatsmieten beschränkt, wie viele Mieter glauben. Vielmehr ist die Haftungspflicht laut BGH-Urteil unbegrenzt.

Dieses Grundsatzurteil fällten die Richter in Karlsruhe auf Grundlage eines Streitfalls in Mannheim, bei dem der Vermieter von der Schwester eines rückständigen Mieters einen Betrag von mehreren Monatsmieten forderte. Die Bürgin verweigert die Zahlung mit der Begründung, dass Ihre Bürgschaft auf drei Monatsmieten begrenzt sei. Der Bundesgerichtshof wies die Klage der Frau ab mit der Begründung, dass die Haftung für eine Mietbürgschaft grundsätzlich unbegrenzt sei. Continue reading

Regulierung extrem – Wie der Staat Immobilienbesitzer regelrecht enteignet

Eigentlich ist Eigentum in Deutschland geschützt. Immobilienbesitzer können sich aber dessen nicht immer sicher sein. Ein Paragraf im Baugesetzbuch erlaubt Kommunen weitreichende Eingriffe in die Rechte der Eigentümer.
Für viele Wohnungs- und Hausbesitzer im Berliner Bezirk Pankow ist mit dem Jahr 2013 eine harte Zeit angebrochen: Sie sind nicht mehr Herr über ihr Eigentum. Seit Anfang Januar stehen Teile des Bezirks unter baulichem Sonderrecht. Die Besitzer von Häusern etwa am Prenzlauer Berg können nicht mehr frei darüber bestimmen, ob sie ein zweites Bad oder eine Fußbodenheizung in ihre Wohnung einbauen, oder ob sie Wohnungen zusammenlegen und Autostellplätze schaffen.

Für all das brauchen sie jetzt eine Genehmigung. Auf diese Weise will Stadtentwicklungsbaurat Jens-Holger Kirchner (Grüne) den Charakter des Bezirks erhalten und Luxusmodernisierungen verhindern. Durch die Verbote sollen Mieterhöhungen verhindert werden. Continue reading

Streitpunkt Nebenkostenabrechnung – So sichern Vermieter ihr Geld

Reich werden mit Immobilien? Gar nicht so einfach. Auch der Unterhalt einer vermieteten Wohnung kostet eine Menge Geld. Zwar können Eigentümer einen Teil der Nebenkosten auf ihre Mieter umlegen. Doch das Verfahren ist kompliziert. Schon kleinste Fehler bedeuten oft den Totalausfall.
Jedes Jahr, nachdem die Nebenkostenabrechnungen versandt wurden, nennt der deutsche Mieterbund dieselbe Zahl. Und jedes Jahr ist sie aufs Neue verstörend: Jede zweite Abrechnung in Deutschland ist falsch.

Wirklich verifizieren lässt sich diese Quote nicht. Da die Mieterverbände vor allem problembehaftete Abrechnungen auf den Tisch bekommen, ist ihr Blick auf die Dinge naturgemäß nicht der objektivste. Groß ist das Konfliktpotenzial aber allemal. Die steigenden Energiepreise haben die Nebenkosten in den vergangenen Jahren in schwindelerregende Höhen getrieben – und ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar. Längst sprechen Experten von einer „zweiten Miete“, die mehr als ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen kann. Es ist also nachvollziehbar, dass Mieter bei der Abrechnung sehr genau nach Fehlern fahnden – zumal die Chance, tatsächlich einen Lapsus zu finden, hoch ist. Continue reading

Immobilienerwerb – Worauf Verbraucher beim Hauskauf achten müssen

 

Angesichts der Unsicherheit an den Finanzmärkten setzen viele Deutsche auf „Betongold“. Doch auch Erwerb und Besitz von Immobilien haben ihre Tücken. Mit diesen Regeln lassen sich Überraschungen vermeiden.
Der Trend zum Hauskauf ist ungebrochen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Erwerb einer Wohnung oder eines Hauses und sehen darin eine sinnvolle Kapitalanlage. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Käufer einige Regeln beachten. Robert Litwak, Immobilienfachmann und Geschäftsführer von „vermietsicher.de“, gibt fünf grundlegende Tipps:

  • 1. Mängel an der Immobilie vor dem Kauf erkennen

„Bevor eine Wohnung oder ein Haus erworben wird, hat eine gründliche Besichtigung des Objektes oberste Priorität. Schließlich will niemand die Katze im Sack kaufen und erst im Nachhinein etwaige Mängel aufdecken. Dabei kommt der Lage eine absolute Schlüsselfunktion zu. Ist die Verkehrsanbindung günstig? Sind in der Nachbarschaft weitere Bebauungen in Planung? Lassen Autobahnen oder stark befahrene Straßen in der Umgebung auf Lärmbelästigungen schließen? Diese Kriterien haben erheblichen Einfluss auf den Wert einer Immobilie. Bei der Vermietung können sie unter Umständen zu niedrigeren Einnahmen führen als erwartet.“

  • 2. Nebenkosten nicht aus den Augen verlieren

„Ist die Wunschimmobilie gefunden und der Kaufpreis angemessen, gilt es, auch die anfallenden Nebenkosten von rund zwölf Prozent des Preises im Blick zu behalten. Kostet eine Immobilie zum Beispiel 300 000 €, müssen Nebenkosten in Höhe von 36 000 € einkalkuliert werden. Diese setzen sich zusammen aus den Kosten für den Makler (zwischen drei und sieben Prozent), der Grunderwerbssteuer (zwischen 3,5 und fünf Prozent, je nach Region) sowie den Notarkosten (1,5 Prozent), die in aller Regel auch die Kosten für die Eintragung ins Grundbuch enthalten (0,5 Prozent). Nur wer diese zusätzlichen finanziellen Aufwendungen von vornherein in seinem Budget berücksichtigt, wird beim Kauf kein blaues Wunder erleben.“

  • 3. Konditionen der Banken vergleichen

„Nachbarn oder Arbeitskollegen sind nicht die richtigen Berater, wenn es um die Auswahl einer Bank geht. Jeder hat unterschiedliche Bedürfnisse und finanzielle Möglichkeiten, denen Banken mit verschiedenen Angeboten entgegenkommen können. Daher ist es ratsam, sich im Vorhinein bei verschiedenen Kreditinstituten über die Bedingungen zu informieren und verschiedene Angebote zu vergleichen. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Interessen von Verbraucher und Bank völlig gegensätzlich sind: Während für den Kreditinteressenten eine günstige Finanzierungbei hoher Flexibilität im Vordergrund steht, bevorzugen Banken einen geringen Spielraum der Kunden und hohe Zinsen.“

  • 4. Augen auf bei der Mieterwahl

„Da die Zuverlässigkeit des Mieters letztlich darüber entscheidet, ob der Neu-Vermieter seinen Kredit an die Bank zurückzahlen kann, sollte dieser sorgfältig gewählt werden. Neben dem persönlichen Eindruck, der unbedingt positiv ausfallen sollte, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die dem Eigentümer helfen, mehr über den Wohnungssuchenden zu erfahren. Eine Schufa-Auskunft informiert über die Zahlungsmoral eines potenziellen Mieters. Anhand der letzten drei Gehaltsnachweise lässt sich feststellen, ob der Wohnungsbewerber sich in einem festen Arbeitsverhältnis befindet, ein regelmäßiges Einkommen hat und in der Lage ist, die monatliche Miete aufzubringen. Darüber hinaus können Mieter mit der Mietschulden-Freiheitsbescheinigung demonstrieren, dass sie sich bei vorherigen Vermietern nichts zu schulden kommen ließen.“

  • 5. Absicherung der Mieteinnahmen
„Soll der Immobilienkredit durch Mieteinnahmen zurückgezahlt werden, ist es wichtig, dass diese abgesichert sind. Auch eine umfassende Recherche über den Mieter bietet keine absolute Sicherheit. Die Gefahr durch Mietausfälle und Mietnomaden ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dabei beträgt die Dauer von Mietausfällen durchschnittlich 11,3 Monate. Vermieter können mit dem Abschluss einer Mietausfallversicherung vorbeugen: Die Versicherung springt im Schadensfall sofort ein und sichert die fortlaufende Kredittilgung.“

Erstmalig veröffentlicht auf: http://www.focus.de

Urteil: Vermieter dürfen bereits nach drei Jahren Eigenbedarf anmelden

Nach drei Jahren darf Mietern wegen Eigenbedarfsansprüchen gekündigt werden, hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden – aber nur, wenn der Bedarf zu Beginn des Mietverhältnisses noch nicht absehbar war.

Vermieter können bereits nach wenigen Jahren Eigenbedarf auf ihre Immobilie anmelden – wenn der Eigenbedarf zuvor weder geplant noch absehbar war. Das geht aus einem Urteil des BGH hervor. Die Richter hatten entschieden, dass es sich nur um eine rechtsmissbräuchliche Praktik handelt, wenn Vermieter bereits bei Abschluss eines Mietvertrages planen, ihre Immobilie in naher Zukunft selbst zu benutzten (AZ.: VIII ZR 233/12). Das Urteil stärkt damit die Rechte von Vermietern, da die Rechtssprechung des BGH zuvor eine Dauer von mindestens fünf Jahren Mietdauer vorgesehen hatte (BGH VIII ZR 62/08). Continue reading

Die Erstellung eines Mietspiegels

Die Erstellung eines Mietspiegels obliegt den Gemeinden gemeinsam mit Vertretern der Mieter- und Vermieterseite. Dazu gehören:

 

das Bauamt einer Stadt oder das städtische Amt für Statistik, Stadtforschung und Wahlen

Ortsvereine des Deutschen Mieterbundes

Haus-, Grund- und Wohnungseigentümervereine der betreffenden Gemeinde Continue reading

Immobilienverband fordert Politik auf, Regeln für Makler zu verschärfen

Justitia soll’s richten: Der IVD fordert eine gesetzlich Verankerung von Qualitätsstandards für Makler. Foto: Oliver Weber / pixelio.de

Bevor Maklern und Verwaltern in Zukunft eine Gewerbeerlaubnis erteilt wird, müsse deren Qualifikation härter auf den Prüfstand gestellt werden. Die Basis dafür soll der Gesetzgeber schaffen, so der Maklerverband IVD. Continue reading

Neuer Mietspiegel für Berlin: Mietpreise weniger stark gestiegen als angenommen

Die Mieten in Berlin sind zwar nicht so stark gestiegen wie befürchtet, wie aus dem eben erst veröffentlichten Mietspiegel hervorgeht. Dennoch gibt es keine Entwarnung: Besonders Normalverdiener leiden weiterhin unter den steigenden Preisen. Außerdem sind die Mieten in begehrten Wohnlagen deutlich stärker gestiegen als im Berliner Durchschnitt.

Der neue Mietspiegel verdeutlicht, dass die Mieten in Berlin zwar gestiegen sind, aber der Anstieg etwas langsamer erfolgte als erwartet. Demnach liegt die Kaltmiete bei 5,54 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 6,3 Prozent seit 2011 und einem Plus von 33 Cent entspricht. Jährlich bedeutet dies einen Anstieg von 3,1 Prozent, während noch in den Jahren zuvor ein Anstieg von 4 Prozent zu verzeichnen war. Dennoch kein Vergleich zu den Jahren 2007 bis 2009, wo der Anstieg mit knapp einem Prozent deutlich niedriger ausfiel. Continue reading

2012 mussten weniger Immobilien zwangsversteigert werden

Im vergangenen Jahr kam es zu deutschlandweit zu weniger Zwangsversteigerungen – der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist deutlich. Die Summe der angesetzten amtlichen Verkehrswerte hat ebenfalls abgenommen.

Insgesamt wurden im Jahr 2012 knapp 11.500 Objekte weniger als noch 2011 zwangsversteigert, ein Rückgang von 15,7 Prozent, wie der auf Zwangsversteigerungen spezialisierte Fachverlag Argetra berichtet. Begünstigt durch die hohe Immobiliennachfrage auf dem privaten Sektor und dem niedrigen Zinsniveau konnten viele Eigentümer eine Zwangsversteigerung abwenden und ihre Immobilien freihändig verkaufen. Continue reading

Mieterhöhung durch energetische Sanierung?

Die Modernisierung des deutschen Gebäudebestands nach neuesten energetischen Standards ist für viele Mieter finanziell nicht tragbar. Allein im vergangenen Jahr konnte mehr als 100.000 Mieter in Deutschland ihre Wohnung nicht mehr leisten, nachdem die Kosten für die energetische Sanierung auf den Mietpreis umgelegt worden waren. Aufgrund der Mietpreissteigerungen infolge der Sanierungskosten mussten die meisten der betroffenen Mieter ihre Wohnungen verlassen, wie die ARD-Sendung „Report Mainz“ diese Woche auf Grundlage bislang unveröffentlichter Zahlen des Deutschen Mieterbunds berichtete. Die Deutsche-Energie-Agentur GmbH (dena) wehrt sich nun gegen die geäußerte Kritik an der energetischen Sanierung und verweist auf eigene Studienergebnisse, laut derer die Modernisierungskosten nicht maßgeblich für Mietpreissteigerungen verantwortlich zu machen seien. Continue reading